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Kennst Du diese Tage, an denen Du morgens aufwachst, direkt superwach bist und Dir jede Menge Ideen einfallen, was Du heute alles tun kannst? Du startest in den Morgen mit jeder Menge Elan und Einfallsreichtum und machst dann zunehmend….nichts.

Wegen all den vielen Optionen, die so in Deinem Kopf rumwirbeln, kommst Du gar nicht dazu, in Ruhe zu überlegen, was ein sinnvoller Plan wäre und wie er idealerweise umgesetzt werden könnte. Deine Tatkraft und gute Laune nehmen immer mehr ab und am Ende des Tages findest Du Dich motivationslos und schlecht gelaunt mit zu viel Essen (vor Dir oder schon in Dir) auf der Couch wieder.

Das muss nicht direkt eine Depression sein, sondern kann auch schlechte Laune sein. Die Grenze ist jedoch fließend.

 

 

Von Tatendrang zur Depression

 

Was ist da eigentlich passiert? Wie sieht der Weg von Tatendrang in Richtung schlechte Laune bis Depression aus?

Meiner Meinung nach ist Depression die Unterdrückung von Lebenskraft. Vielen ist bekannt, dass das Wort Depression „niederdrücken“ bedeutet. (Es stammt aus dem lateinischen von deprimere). Im Gegensatz zur häufig angenommenen Bedeutung, dass die Depression die Stimmung von jemanden „niederdrückt“, ist meine Sicht auf die Dinge, dass die Lebensenergie „niedergedrückt“ wird.

Der Unterschied besteht für mich darin, dass es bei letzterer Version eine aktive, wenngleich auch in den allermeisten Fällen unbewusste Handlung gibt. Wir sind energetische Wesen und wenn wir etwas wollen und uns etwas vornehmen, lenken wir unsere Energie damit in eine bestimmte Richtung. Wird diese Energie blockiert, kann Stillstand entstehen.

Stell Dir diesen Tag vor, an dem Du viele Gedanken und Ideen hast. Das bedeutet, dass da jede Menge Energie in Dir ist. Was ist der Grund dafür, dass Du nun nichts Konkretes damit machst?

Kann es sein, dass Dich Glaubenssätze wie die folgenden davon abhalten, etwas zu tun?

 

 

 

 

Solche und ähnliche negative Glaubsenssätze sind meist sehr tief in uns verankert. Wir alle kennen sie. Je tiefer sie in uns verankert sind, desto unbemerkter bleiben sie. Doch sie unterdrücken – oft ohne dass wir es bemerken – unsere Lebenskraft und boykottieren dadurch unsere Pläne und unsere Ent-Wicklung, indem sie uns kleinmachen und unsere Energie „niederdrücken“. Diese Energie, die eben noch dazu dienen sollte, unsere Ideen umzusetzen und zu verwirklichen, richtet sich jetzt praktisch gegen uns und verursacht Stillstand.

 

 

Die Ursache für Depressionen

 

Denn das ist es, was aus meiner Sicht eine Depression verursacht: es wird Kraft dafür verwendet, die eigene Kraft zu unterdrücken. Der Weg, den die Energie eigentlich nehmen wollte (Ideen umsetzen, Pläne verwirklichen), wird blockiert durch eine Gegenenergie von Gedanken wie „Du schaffst das eh nicht“, „Du bist wertlos.“ etc. Es entsteht eine Patt-Situation, d.h. es bewegt sich nichts mehr.

Doch so, wie es entsteht, kann es auch aufgelöst werden: die Energie, die Dich ins Tun und in deine Kraft bringt, braucht mehr Energie – also Aufmerksamkeit – als diejenige, welche Dich kleinhält.

Was sich womöglich simpel anhört, kann ein langer und anstrengender Weg sein. Denn Glaubenssätze sind Sätze, die wir meist in unserer Kindheit aufgenommen haben und seitdem in uns tragen. Sie boykottieren uns oft nachhaltig.

Es braucht Achtsamkeit, um überhaupt zu bemerken, was wir denken. Es braucht Mitgefühl und Verständnis für uns selbst, um einen Raum zu schaffen, in dem wir uns uns selbst gegenüber öffnen können. Häufig braucht es auch die Arbeit mit dem Kind, dass wir damals waren und das nun in uns ist, so dass wir erfahren können, dass wir zu viel mehr in der Lage sind, als uns beigebracht wurde.

Zum Schluss möchte ich Dir unbedingt noch sagen, dass ein Auf und Ab zu unserem Leben dazugehört. Das bedeutet auch, dass alles kommt und geht. Wir dürfen schlecht gelaunt und depressiv sein. Genauso wie wir fröhlich und glücklich sein dürfen (idealerweise letzteres). Die Idee jedoch, dass wir dauerhaft glücklich und gut gelaunt sein könnten oder sollten, finde ich riskant. Denn sie kann dazu beitragen, dass wir uns als ungenügend empfinden, weil wir eben nicht die ganze Zeit bester Laune sind.

Daher ist mein Wunsch an Dich: sei achtsam mit Dir und geh den Weg, der Deinem Herzen entspricht und nicht Deinem Kopf. Ich wünsche Dir, dass Du wahrnehmen kannst, was Dein Herz wirklich braucht und den Mut, dafür zu sorgen, dass es bekommt was es braucht.