Trauma und Spiritualität

Trauma und Spiritualität

Trauma und Spiritualität

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Trauma und Spiritualität

Was hat Trauma mit Spiritualität zu tun? Ermöglicht ein Trauma vielleicht sogar mehr Spiritualität? In diesem Beitrag wird ein Blick auf die Verbindung von frühkindlichem Trauma und Hochsensibilität bzw Spiritualität geworfen.

 

 

Feinfühligkeit, Hochsensibilität und Spiritualität

Es gibt Menschen, die ein sehr feines Gespür haben und oft als hochsensibel bezeichnet werden. Nicht selten sehen sie Erlebnisse voraus oder haben die Fähigkeit, die Schwingungen anderer Menschen oder Lebewesen im Allgemeinen wahrzunehmen. Meist sind das Menschen, die sich selbst als spirituell bezeichnen oder zumindest auf irgendeine Weise mit Spiritualität in Kontakt sind. Inwieweit hat das etwas mit Trauma zu tun?

 

Trauma und Spiritualität

Jeder Elternteil weiß, dass Kinder etwas mit auf die Welt bringen. Sie kommen nicht als ein unbeschriebenes Blatt Papier auf die Welt, sondern bringen ihren persönlichen Charakter mit. Es scheint also etwas in uns allen zu geben, was von einem anderen „Ort“ als unserer Welt kommt.

Daneben gibt es Menschen, die oft schon als Kinder feinfühlig oder sogar hellsichtig waren. Manche von ihnen tragen das mit ins Erwachsenenalter. Es kann sein, dass diese Spiritualität etwas mit Trauma zu tun hat.

Einige Kinder erleben in der Zeit vor, während oder nach der Geburt eine Unterbrechung der Bindung zur Mutter, also ein (Entwicklungs-)Trauma. In vielen Fällen führt dieses Erleben dazu, dass dieser Mensch nicht ganz im Körper ankommt. Das heißt, dass er sich dem sphärischen Bereich näher fühlt als dem Dasein auf dieser Erde. Kontakt wird von diesen Menschen meist als bedrohlich und der Körper oftmals als unangenehm erlebt, ohne dass ihnen der Grund dafür bewusst wäre. In NARM (Neuroaffektives Beziehungsmodell), einer therapeutischen Methode bei Entwicklungstrauma, spricht man hier von dem Kontakt-Überlebensstil, der in der Zeit vor der Geburt bis ca sechs Monate nach der Geburt entwickelt wird.

 

Kontakt zum Spirituellen

Wenn jemand nicht ganz verkörpert ist und nicht so wirklich auf dieser Erde sein möchte, kann das dazu führen, dass es statt einer Verbindung zu anderen Menschen eine stärkere Verbindung zum spirituellen Bereich gibt. Es ist, als hätten diese Menschen den Kontakt zu dem „Ort“, von dem sie kommen, ein Stück weit beibehalten. Tatsächlich verfügen solche Menschen oftmals über außergewöhnliche Fähigkeiten. Hier scheint es also eine Verbindung zwischen einem Trauma und Spiritualität zu geben.

 

Was offen bleibt

Vermutlich kennen wir alle Situationen, in denen wir an jemanden denken und die Person sich kurz darauf meldet. Oder Momente, in denen wir „so ein Gefühl“ hatten, dass etwas im Raum ist und es sich kurze Zeit später bewahrheitet.

Wieso nehmen wir das wahr? Wie ist das möglich?

Die Quantenphysik ist Phänomenen wie diesem auf der Spur. Falls dich das Thema interessiert, lohnt sich vielleicht ein Blick in die Videos von Joe Dispenza. Das ist jemand, der Spiritualität und Manifestation mit wissenschaftlichen Untersuchungen verbindet.

 

Spirituelle Therapie

Auf meiner Homepage steht der Begriff „spirituelle Therapie“. Damit ist gemeint, dass meine Haltung eine spirituelle ist. Meiner Wahrnehmung nach gibt es einen „Ort“ von dem wir kommen und ich glaube, dass wir alle sehr viel mehr sind als unser menschliches Dasein vermuten lässt.

Gleichzeitig sind wir als Menschen auf dieser Welt. Wenngleich meine Therapie von einer spirituellen Sichtweise begleitet ist, so geht es mir als Therapeutin doch in erster Linie darum, mein Gegenüber dabei zu unterstützen, im Körper und in dieser Welt anzukommen und wenn möglich, das Leben hier bewusst und mit Freude und Leichtigkeit zu leben.
Das Spirituelle spielt für mich nur eine Rolle, wenn es von meinem Gegenüber eingebracht wird und in bestimmten Momenten während der Bearbeitung schwerer Schicksalsschläge, sofern es als Unterstützung und nicht als Flucht vor dem Hier und Jetzt verwendet wird.

 

 

 

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Schocktrauma und einem Entwicklungstrauma?

Was ist der Unterschied zwischen einem Schocktrauma und einem Entwicklungstrauma?

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Was ist der Unterschied zwischen einem Schocktrauma
und einem Entwicklungstrauma?

 

Wenn von Trauma die Rede ist, ist damit meistens Schocktrauma gemeint. Ein Schocktrauma unterscheidet sich jedoch in mehreren Aspekten von einem Entwicklungstrauma.

Bei einem Schocktrauma geht es meist um ein einmaliges Erlebnis, wie z.B. eine Naturkatastrophe, ein plötzlicher Verlust, eine Vergewaltigung oder einen Arztbesuch. Bei einem Schocktrauma ist das Erlebte derart überwältigend, dass es von unserem Gehirn nicht wie andere alltägliche Erfahrungen einsortiert werden kann. Dabei muss es sich nicht immer um körperliche Gewalt handeln. Die Wahrnehmung von starker Bedrohung oder extremer Belastung kann ebenfalls ein Schocktrauma verursachen.

Gabor Maté geht davon aus, dass das Trauma nicht das ist, was uns passiert. Sondern das, was uns danach passiert, d.h. ob jemand für uns da war und auf welche Weise jemand für uns da war.[1]

 

Was im Gehirn passiert

Das Gehirn ordnet alltäglichen Erlebnissen einen Ort und eine Zeit zu, über die wir diese Erfahrungen auch wieder abrufen können. So wissen wir z.B. dass wir gestern Nachmittag im Cafe XY mit Freundin AB Kuchen gegessen haben.

Bei einem Schocktrauma geschieht das Erlebte jedoch so schnell und wird von uns als derart überwältigend erfahren, dass unser Gehirn es nicht auf die übliche Weise abspeichert. Stattdessen nimmt unser Gehirn aufgrund der Geschwindigkeit des Erlebten den kürzesten Weg und lässt dabei die Einordnung des Geschehens in Raum und Zeit aus. Die Erfahrung wird in der Folge z.B. nur bruchstückhaft erinnert und/oder die Reihenfolge der Ereignisse kann nicht folgerichtig wiedergegeben werden.

 

Ein Beispiel:

Betreten wir z.B. eine Straße und ein Auto rast auf uns zu, überlegen wir nicht erst, wie wir reagieren. Wir reagieren einfach und springen z.B. zurück oder laufen vorwärts. Im Anschluss können wir darüber reden und unserer Freundin erzählen, was wir erlebt haben.

Gelingt das Wegrennen jedoch nicht und das Auto erfasst uns, ist es wahrscheinlich, dass wir im Anschluss nur fragmentierte, d.h. zersplitterte Erinnerungen an das Erlebnis haben. Wir wissen vielleicht, dass das Auto auf uns zuraste, erinnern aber nicht den Zusammenprall. Wir hören vielleicht, wie uns der Sanitäter im Krankenwagen ansprach, aber erinnern nicht, wie wir in den Krankenwagen gekommen sind.

 

Diese Art des Speicherns unseres Gehirns führt dazu, dass manche Menschen keine Worte für das Erlebte haben und schlicht nicht darüber sprechen können, was ihnen widerfahren ist. Andere sprechen darüber, spüren dabei aber nichts. Aufgrund der fehlenden Einordnung im Gehirn kann es unter anderem zu plötzlichen Erinnerungen, sogenannten Flashbacks kommen, die den Eindruck erwecken, als würde uns das Trauma im jetzigen Moment erneut widerfahren.

 

Bewältigungsmechanismen

Wenn eine heranwachsende oder erwachsene Person ein Schocktrauma erlebt, hat sie aufgrund ihres bisherigen Lebens meist Bewältigungsmechanismen, die ihr dabei helfen, mit dem Erlebten umzugehen. Sie hat vielleicht einen Freundeskreis, mit dem sie darüber reden kann oder weiß, was ihr guttut, um sich zu beruhigen. Darüber hinaus ist die Person vermutlich in der Lage, sich das, was ihr guttut, zukommen zu lassen. Anders als bei einem Entwicklungstrauma.

 

Was ist ein Entwicklungstrauma?

Ein Entwicklungstrauma ist etwas, dass in den ersten bzw frühen Lebensjahren geschieht und Auswirkungen auf das Verhalten eines Menschen hat. Bei einem Entwicklungstrauma ist der zentrale Aspekt, dass die Bedürfnisse des Kindes nicht angemessen wahrgenommen und erfüllt werden und das Kind sich daher an die Umwelt und die Bindungsperson(en) anpassen muss. Das heißt, es passt sein Verhalten an seine Umgebung an. Der Kern ist, dass das Kind auf die Bindungsperson angewiesen ist und sich für die Aufrechterhaltung des Kontaktes zu diesem Menschen ein Stück weit von dem Kontakt zu sich selbst trennt. Genauere Informationen dazu, findest du hier.

Natürlich kann es auch sein, dass ein Schocktrauma mit einem Entwicklungstrauma zusammenfällt.

 

Fazit:
Der Unterschied zwischen Schocktrauma und Entwicklungstrauma: